Männlichkeit(en) und Rechtsextremismus
Ziele und Inhalte
Das Projekt erforscht den Zusammenhang von Rechtsextremismus und Männlichkeiten und geht der Frage nach, welche Bedeutung Konstruktionen von und Anforderungen an Männlichkeit im modernen Rechtsextremismus beizumessen ist. Um den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in pädagogische Praxen sicherzustellen, steht im Mittelpunkt der zweiten Projekthälfte die Konzipierung und Erprobung einer Fortbildungsreihe für Multiplikator_innen: Die Ergebnisse und Thesen der Forschungsphase werden für die Entwicklung von Ansätzen für die geschlechterreflektierende Rechtsextremismusprävention aufbereitet und stellen deren Grundlage dar.
Arbeitsthesen
- Geschlecht im Allgemeinen und Männlichkeit(en) im Besonderen strukturieren rechtsextreme Ideologie und Lebenswelten: Aufgrund geschlechtsspezifischer Rollenaufteilung und damit einhergehender Dominanz von Männern in der Außenwahrnehmung und den Statistiken rechter Gewalttaten erscheint Rechtsextremismus als männliches Phänomen.
- Dem wurde von Wissenschaft und Praxis bislang nicht ausreichend Beachtung geschenkt: Männlichkeit blieb in der Auseinandersetzung mit extrem rechten Einstellungen, Praxen und Ideologien unreflektiert und männliches Handeln somit unmarkiert.
- Es herrscht weitestgehende Einigkeit darüber, dass sich von einer genuin rechtsextremen Männlichkeit nicht reden lässt. Stuve/Debus (2012 i.V.) verweisen auf den Begriff "feldspezifisch-normativer Männlichkeit(en)", um das komplexe Verhältnis zwischen gesamtgesellschaftlichen Männlichkeitsnormen und Hierarchisierungen unter Jungen/Männern sowie zwischen Männern/Jungen und anderen Geschlechtern einerseits und feldspezifischen Besonderheiten (Szenen, Jugendkulturen, Regionen, einzelne Schulen etc.) besser fassen zu können.
Es ist ein zentrales Ziel aufzuzeigen, dass ein konsequenter Einbezug der Dimension Geschlecht in die pädagogische Arbeit mit rechtsextrem Orientierten eine Notwendigkeit für den Erfolg von Präventionsarbeit darstellt. Insbesondere die Perspektive auf Funktionen von Männlichkeit als Wirkungszusammenhang wie auch als Attraktivitätsfaktor in rechtsextremen Szenen leistet eine bedeutende Erweiterung bisheriger Handlungspraxen.
Erwartete Ergebnisse
Die Ergebnisse des Projekts sind Grundlage für die Implementierung geschlechterreflektierender Ansätze in die pädagogische Rechtsextremismusprävention. In diesem Sinne füllt das Projekt eine noch immer bestehende Lücke und legt einen Grundstein für neue Konzepte in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus auf pädagogischer Ebene.
Durch die Arbeit sowohl mit Expert_innen als auch Multiplikator_innen wird eine umfassende Qualitätssteigerung der bestehenden Rechtsextremismusprävention erreicht. Die erarbeiteten methodisch-didaktischen Konzepte und Standards münden in eine Fortbildungsreihe für Multiplikator_innen. Auf der Projekt-Website werden Materialien zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden Publikationen erstellt, die Pädagog_innen in einer differenzierten, kritischen und subjektorientierten Arbeit mit Jugendlichen unterstützen sollen.
Kontakt und Informationen
Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen, die Interesse am Projektverlauf und an den Ergebnissen haben, sind herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen.
Dissens e.V.
Vivien Laumann
Telefon: +49 (0)30 54 98 75 51
Fax: +49 (0)30 54 98 75 31
<rex-maennlichkeiten@dissens.de>
Das Projekt wird gefördert von:



