Jungenarbeit und Kunst
Künstlerisches Arbeiten soll in unserem Arbeitsbereich "Hilfen zur Erziehung" nicht nur auf das Einüben künstlerisch-technischer Fertigkeiten zum Zweck einer Berufsorientierung reduziert werden.
Es ist darüber hinaus als "kulturelles Mandat der Sozialpädagogik" (Treptow) zu verstehen, d.h., der zu betreuende Junge macht mittels kreativer Prozesse gestalterisch auf sich selbst aufmerksam und drängt damit auf Veränderung.
Weiter birgt das künstlerische Arbeiten im Moment des "Wahrnehmens und Gestaltens" das Potenzial, Erkenntnisprozesse einzuleiten. Ein entsprechender Handlungsablauf kann wirklichkeitsbildend sein und auf diesem Wege die Handlungskompetenz von Heranwachsenden erweitern helfen.
Eine intensive Beschäftigung mit dem Material, mit sich selbst und auch mit anderen Gruppenmitgliedern in Gestalt von Gemeinschaftsarbeiten kann dazu beitragen, Beziehungen entstehen zu lassen und Beziehungsfähigkeit zu erlernen.
Beim künstlerischen Arbeiten im Bereich "Hilfen zur Erziehung" wird den Jungen ein geschützter Raum zur Verfügung gestellt. Sinnliche Erfahrungen und deren Bewusstmachung im Rahmen ästhetischer Gestaltungsprozesse sollen ihnen neue Perspektiven eröffnen.
Die Jungen können neue Ausdrucksweisen spielerisch ausprobieren, auch jenseits tradierter Rollenerwartungen. So besteht für sie die Möglichkeit, ihren Fantasien, ihren Emotionen ein Bild zu geben, sich auszudrücken, Freude und Spaß zu erleben.
Alter, zeig mir Deine Jugend! Wider das Vergessen.
Jungen interviewen Senioren über deren Jugend.
Das Projekt Alter zeig mir Deine Jugend! arbeitet zeitgleich mit Senioren und Jungen, es forciert eine Begegnung. Es ist bildlich als ein Crossing zwischen den Zeiten zu begreifen: zwischen Männern, die auch mal Jungen waren und Jungen die zu Männern werden.
Videoarbeiten
- Typ2020 - 2010
- About Sexuality
Hip-Hop-Projektarbeiten
Das Thema Hip-Hop bietet den Jungen Gestaltungsmöglichkeiten in den Bereichen Rap, D-Jing, Breakdance, Streetdance, Graffiti oder Street Art. Die Mitarbeiter von Dissens versuchen gerade auch in den Rap-Projektarbeiten, die lebensweltlichen Interessen der Jungen und ihre Erfahrungen aufzunehmen, und zwar in einer Form, die den Fähigkeiten bzw. den vorhandenen Kompetenzen der Jugendlichen entspricht.
Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts oder sexueller Orientierungen (etwa im Gangsta Rap) werden kritisch zur Diskussion gestellt und in den eigenständig erstellten Text- und Soundproduktionen der Jungen bewusst nicht zugelassen.
Projektarbeiten sind durch Produkt- und Prozessorientierung gekennzeichnet. Sie zielen auf die Erarbeitung eines Endergebnisses ab, z. B. in Gestalt eines Auftritts, einer MP3-Datei, einer CD oder eines Radiofeatures. Projektarbeiten ermöglichen ein Zusammenkommen von Jungen mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten und kulturellen Hintergründen. Im prozessualen Ablauf lassen sie Handlungskompetenz und subjektive Erfolgserlebnisse entstehen.
Rapworkshop: "Marzahner rappen gegen Rechtsextremismus und Gewalt"
Jungen diskutieren ihre Arbeiten mit Männern des Seniorenheims Schleusinger Str. in Berlin
Arbeiten mit Sound, Farbe und Körperbezogenheit
Empfehlenswerte Literatur zum Thema
Brater, Michael: Künstlerisches Handeln. Die Förderung beruflicher Handlungsfähigkeit durch künstlerische Prozesse. Veröffentlichungen der Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung e.V., München/Stuttgart 1989.
Hill, Burkhard / Josties, Elke: Jugend, Musik und Soziale Arbeit. Anregungen für die sozialpädagogische Praxis. Juventa Verlag, Weinheim/München 2007.
Marquardt, Petra / Krieger, Wolfgang: Potenziale Ästhetischer Praxis in der Sozialen Arbeit. Eine Untersuchung zum Bereich Kultur-Ästhetik-Medien in Lehre und Praxis. Scheider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 2007.
Treptow, Rainer: Kultur und Soziale Arbeit. Gesammelte Beiträge. Votum Verlag, Münster 2001.
Ansprechpartner
- Frank Begemann (Projektleitung)
- +49 (0)30 37300022
- +49 (0)177 7282883
- <frank.begemann@dissens.de>

















