Paul und Paula fragen nach - auf der Suche nach dem Traumberuf...
3. Berufliche Biografien
3.7. Der Sozialarbeiter und Heilpraktiker
Michael R., Sozialarbeiter und Heilpraktiker in einer Einrichtung für suizidgefährdete Jugendliche
Michael R. kommt aus einem kleinen Dorf in Nordrheinwestfalen. Nach dem Abitur studierte er in Bielefeld und wurde Sozialarbeiter. Diesen Beruf wählte er mehr aus Unentschlossenheit. Er wusste nicht recht, welcher Beruf für ihn der richtige und geeignete war.
Michael arbeitete in Jugendeinrichtungen und beschäftigte sich nebenbei mit Heilpraktikerstudien.
Seit 2001 lebt er in Berlin und arbeitet wieder als Sozialarbeiter in einer Einrichtung für suizidgefährdete Jugendliche. Außerdem betreut er für 10 Stunden in der Woche einen jungen behinderten Mann, der im betreuten Einzelwohnen lebt.

Michael R. hat sehr viel Freude an seiner Arbeit. Da er selbst sehr aufgeschlossen, sympathisch und kontaktfreudig ist, muss er oft aufpassen, dass er keine zu persönlichen Bindungen zu seinen "Schutzbefohlenen" eingeht. Er bemüht sich, seine Aufgabe als Betreuer und nicht als Therapeut genau abzustecken. In der Einrichtung für suizidgefährdete Jugendliche erlebt Michael oft, dass die Ursachen für die Selbstmordgefährdung meist im sozialen Umfeld der Jugendlichen liegen. Häufig spielen die Familienverhältnisse eine große Rolle.
Die Arbeitszeit von Michael R. ist variabel, dadurch kann er sich gut auf den jungen behinderten Mann einlassen. Er erledigt mit ihm Behördengänge und verbringt sehr viel Freizeit mit dem jungen Mann.
In naher Zukunft möchte Michael als Heilpraktiker arbeiten, seine Praxis ist im Aufbau, er ist auf der Suche nach Patienten.
Michael lebt mit seiner Partnerin in einer schönen Altbauwohnung in Kreuzberg. Eigene Kinder sind nicht geplant, denn sie passen nicht in das gemeinsame Lebensbild.
Reflektion
Die Gruppe war sehr interessiert an den Gedanken von Michael, vor allem, weil sie die Begeisterungsfähigkeit spürten, mit der er von seinem Beruf sprach.
Spannend war für sie auch, zu hören, dass sich Michael neben seiner Arbeit als Sozialarbeiter ein zweites Standbein als Heilpraktiker aufgebaut hat.
Robert, der einzige Junge in unserer Gruppe, interessierte sich vor allem für die Beziehungen, die in der Arbeit mit Suizidgefährdeten entstehen.
Obwohl er bereits durch ein Praktikum auf seinen Berufswunsch gestoßen ist, er will KFZ-Mechatroniker werden, hat er neue Impulse in seinem Denken erhalten und könnte eine Arbeit in einem pädagogischen und helfenden Beruf als Alternative sehen.



