Fortbildungsreihe "Schule: Ein Ort geschlechterreflektierter Arbeit mit Jungen?!"

Start der Fortbildungsreihe in Berlin und Brandenburg: Anfang Februar im SFBB. [Mehr Information]

Call for Contributions: Internetportal Intersektionalität

Für ein Internetportal zum Thema Intersektionalität/Interdependenzen suchen wir Beiträge mit intersektionalen Themenausrichtungen und Formaten. Mehr Information

3. Berliner Fachtag Jungenarbeit

Dokumentation zum 3. Berliner Fachtag Jungenarbeit erschienen. Mit Beiträgen von Prof. Detlef Pech, Koray Yilmaz-Günay und Dissens-Mitarbeitern.

Praxishandreichung Jungenarbeit erschienen

"Die vielen Seiten der Männlichkeiten - Grundlagen geschlechterreflektierter Jungenarbeit" ist in Kooperation mit dem SFBB entstanden. [Mehr Information]

Paul und Paula fragen nach - auf der Suche nach dem Traumberuf...

Inhalt

3. Berufliche Biografien

3.8. Die Sozialarbeiterin - aus Arbeits-Alltag und beruflicher Biografie

Die Sozialarbeiterin

Ines D., Sozialpädagogin in der Mädchen-WG des MiM e.V. in Marzahn

Wie sieht der Alltag einer Sozialarbeiterin aus?

Ich habe eine feste Arbeitzeit und bin immer erreichbar von 9.00 - 20.00 Uhr, aber ich muss auch sehr flexibel bei den Arbeitszeiten sein. Gerade im Jugendbereich bin ich meist nachmittags stets anwesend.

Die Mädchen gehen der Schule oder einer Ausbildung nach.

Sie kommen dann auf den Nachmittagsstunden "nachhause" und tauschen sich mit mir über den Alltag aus und wenn sie dann noch Lust haben, kochen wir zusammen. In der WG wohnen jetzt 3 Mädchen. Sie sprechen ganz offen über ihre Probleme mit mir.

Ich begleite die Mädchen auch bei ämtergängen wie z. B.: Besuch beim Arbeitsamt, Gespräche mit Behörden oder Elterngespräche.

beim Interview

In meiner Tätigkeit muss ich Verständnis aufbringen für die jeweiligen Probleme einzelner Mädchen. Sonst würde keine Vertrauensbasis entstehen und die Mädchen würden keinen Mut haben.

beim Interview
Wo arbeiten Sie hauptsächlich, in welchem Bereich?

Mein Hauptbereich ist in der Wohngemeinschaft und im Büro und dann, je nach dem, was ich mit den Mädchen machen muss, steht die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern, Ausbildungseinrichtungen und anderen Sozialarbeitern an und Helferkonferenzen.

Wann ist jemand für diesen Beruf geeignet?
beim Interview

Wenn jemand mit unterschiedlichen Menschen umgehen und auf diese auch eingehen kann, wenn man Konflikte verträgt und Probleme lösen kann.

Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur SozialarbeiterIn?

Das Studium dauert 4 Jahre, davon sind 2 Jahre das Grundstudium und 2 Jahre das Hauptstudium. Dann machst du danach noch ein Anerkennungsjahr, das wurde jetzt aber gestrichen aus finanziellen Gründen. Im 7. Semester hatte ich ein Praktikum, zum einen im Amt und das zweite Mal in der freien Marktwirtschaft.

Vor der Mädchen WG des MiM e.V.
Aus welchen Beweggründen machen Sie die Arbeit?

Ich wollte mit Menschen zusammen arbeiten, um bestimmte Mechanismen und Verhaltensweisen der einzelnen Menschen zu begreifen. Es ist ein Beruf, in dem man sich auch seine Freiräume nehmen sollte, in dem man Grenzen setzen und nicht alles mit nachhause nehmen muss. Ich mache diese Arbeit auch, weil ich schon Erfolgserlebnisse als Sozialarbeiterin hatte.

Auf keinen Fall sollte man die Arbeit unbezahlt und ehrenamtlich machen, dazu ist sie zu anstrengend.

Beschäftigt Sie ihre Arbeit auch in der Freizeit?

Das passiert mir öfters mal, dass ich mir über die Mädchen Gedanken mache oder überlege, wie man sie unterstützen kann. Für mich ist es schwer, mich manchmal abzugrenzen von meiner Arbeit und nicht darüber nachzudenken.

Außenansicht der WG
Sind mehr Männer oder mehr Frauen in diesem Beruf tätig?

Sowie Männer als auch Frauen sind für diesen Beruf geeignet.

Insgesamt sind es aber mehr Frauen, die im sozialen Bereich tätig sind. Das sollte sich auch ändern.

Hatten sie schon mal größere Probleme bei Ihrer Arbeit?
Innenansichten der WG

Es gab schon öfter Auseinandersetzungen, weil die Mädchen nicht immer meine Hilfe annehmen können.

Viele Mädchen würden ohne Anstoß und Hilfe der Sozialarbeiterin z.B. keinen Sinn in einer Ausbildung sehen.

Wie kommt man in eine Wohngemeinschaft?

Natürlich bekommt jeder Jugendliche erst einmal Hilfe. Man kann sich vom Jugendamt beraten lassen und das Amt entscheidet auch letztendlich. Es kommen Mädchen mit wirklichen Problemen, also wenn sie z.B. missbraucht worden sind, wenn sie verprügelt wurden oder ständigem Stress ausgesetzt sind.

Innenansichten der WG
Müssen Sie irgendwo einen Bericht abgeben?

Wir als Sozialarbeiterinnen müssen regelmäßig Bericht beim Jugendamt abgeben über die jeweiligen Mädchen. Es geht um die Entwicklung der Mädchen, inwieweit sie unabhängig sind und ihren Alltag allein regeln können oder ob sie noch weitere Betreuung benötigen.

Wer leitet diese Einrichtung?

Insgesamt sind wir im Verein, der der Träger der WG ist, 5 Mitarbeiterinnen und unsere Leiterin ist eine Frau.

Rebecca Lange und Nicole Kühn, Klasse 9/23

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