Fachkonferenz - Forum 5
Gender in der Praxis: Ausgangspunkt für Qualitäts- und Teamentwicklung
Ausgangsfragen
Wie können Gender Mainstreaming und geschlechtsbewusste Pädagogik in der konkreten Praxis von Kindertageseinrichtungen umgesetzt werden? In welchen Bildungsbereichen, mit welchen Projekten gibt es gute Erfahrungen? Wo liegen Stolpersteine? Was kann die Auseinandersetzung mit Genderthemen zur Teamentwicklung beitragen?
Expert/innen
- Uwe Siedentopf (Moderation)
- Stadt Hannover, Projekt Gender-Perspektiven
- zur Funktion:
- stellvertretende Leitung, Kita Fischteichweg.
- Träger dieser Kita ist die Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Jugend und Familie.
- Schwerpunkte:
- hausinterne Projektleitung des Projektes Genderperspektiven.
- Mitglied der AG Geschlechterdifferenzierung nach ¶ 78, SGB VIII (Hannover)
- Co Moderation des Männerarbeitskreises Männer in Kindertagesstätten in städtischer Trägerschaft.
- Anke Grebe
- Leiterin
Städtische Kindertagesstätte Lüstringen
Felsenweg 28
49086 Osnabrück
Tel: 0541/384079
Fax: 0541/384007
e-Mail: kita-luestringen@osnabrueck.de - Eine zentrale Grundlagen unserer Pädagogik ist der geschlechtsbewusste Blickwinkel, der als so genannte Querschnittsaufgabe in unserer gesamten Arbeit immer Berücksichtigung findet, z.B. in:
- Qualitätsentwicklung und -sicherung
- Konzeptioneller Arbeit
- Raumgestaltung
- Planung und Durchführung von Angeboten, Projekten, etc.
- Bewusste und gezielte Auseinandersetzung im Team mit Gender-Aspekten
- Fortbildung von Mitarbeiterinnen
- Elternarbeit
- Mitarbeit in entsprechenden einrichtungsübergreifenden AGs und Gremien
- Ein Beispiel:
Ein wichtiger Schritt, um die geschlechtsbewusste Pädagogik fest in der Arbeit der städtischen Kindertagesstätten in Osnabrück verankern zu können, war die Implementierung des Themas im Rahmen des Qualitätssicherungsprozesses.
Die Qualitätsentwicklung und -sicherung in den Tageseinrichtungen für Kinder in Osnabrück wird durchgeführt nach dem Nationalen Qualitätskriterienkatalog von Wolfgang Tietze und fand für die Dauer von 2 Jahren unter externe Begleitung von der PädQUIS gGmbH Berlin statt. Aspekte geschlechtsbewusster Pädagogik fanden keine Berücksichtigung im Qualitätskriterienkatalog sowie in den Methodenbausteinen und praktischen Anleitungen von PädQuis.
Somit habe ich als Leiterin der Kita Lüstringen, in enger Zusammenarbeit mit der damaligen Mädchenreferentin, für die Städtischen Kindertagesstätten einen Leitgesichtspunkt "Geschlechtsbewusste Pädagogik" erarbeitet, sowie den Katalog der Qualitätskriterien um Kriterien zur geschlechtsbewussten Pädagogik ergänzt.
- Heiko Brandt
- Arbeitskreis Jungenarbeit Elmshorn, Ev. Kindertagesstätte Quickborn
- Erzieher
- 42 Jahre alt
- Jungenarbeit, seit 11 Jahren im Elementar sowie Hortbereich , seit 2007 selbstständig tätig in verschiedenen Kindertagesstätten in Schleswig Holstein und Hamburg
- Fortbildungen und Fachberatung in Kitas zum Thema geschlechtsspezifische Arbeit
- Stellvertretender Sprecher der LAG Jungen Schleswig Holstein
- Anne Riehm
- Erzieherin und seit 25 Jahren Angestellte bei der LHM
- Tätigkeit im Hauptschulhort, Hort, Kindergarten
- Gruppenleitung
- Leitung einer Einrichtung mit zwei und mit 5 Gruppen
- Seit 10 Jahren Bezirksleitung für Kindertageseinrichtungen der LHM Bezirk 5, Stadtteile Milbertshofen, Schwabing und Teile von Max Vorstadt. Insgesamt Dienst -und Fachaufsicht für 22 Einrichtungen von 2 Gruppen bis 7 Gruppen Kindergarten und Hort. Insgesamt circa 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
- Pädagogische Schwerpunkte von mir, auch gleichzeitig Bezirks-Schwerpunkt:
- Intern geöffnetes Haus (zu diesem Thema gebe ich Fortbildungen am pädagogischen Institut)
- Logistik des intern geöffneten Hauses
- wie kann das intern geöffnete Haus gestaltet werden
- Personal - wie wird jede/jeder mit ins Boot geholt
- Lernwerkstatt (zu diesem Thema gebe ich Fortbildungen am pädagogischen Institut der LHM)
- Inhalte zur Lernwerkstatt
- pädagogischer Hintergrund
- Gender an den Einrichtungen
- Fortbildungen und Erfahrungsaustausch auf Bezirksebene mit Melitta Walter
- Fortbildung und Erfahrungsaustausch auf Fachabteilungsebene mit Melitta Walter
- Umsetzung an den Einrichtungen
- Persönlicher Umgang mit Gender (Diskusionen mit Kolleginnen und Kollegen auf allen Ebenen)
- Konkrete Beobachtungen an den Einrichtungen durch die/den Fördererzieher/innen werden ständig evaluiert
- Erfahrungsaustausch auf allen beruflichen Ebenen (Leitungen, stellv. Leitungen, besonders mit den Fördererzieher/innen/n im Bezirk)
- Installieren des Bayrischen Bildungs- und Erziehungsplanes an den Einrichtungen an den Einrichtungen
- Intern geöffnetes Haus (zu diesem Thema gebe ich Fortbildungen am pädagogischen Institut)
- Die Fördererzieherin, der Fördererzieher hat an den Einrichtungen die Aufgabe, zu evaluieren, ob der Gendergedanke in allen pädagogischen Räumen und Bereichen umgesetzt wird.
Besonders war dies natürlich Thema bei der Installierung unserer Lernwerkstätten. Da in jeder Einrichtung im Bezirk eine Lernwerkstatt entstanden ist, wurde der Gendergedanke auch bei Leitungskonferenzen, stellv. Leitungskonferenzen und bei den Kolleginnen und Kollegen vor Ort immer wieder diskutiert und nach deren Möglichkeiten umgesetzt.
In den Einrichtungen haben wir, mit Hilfe von Melitta Walter, Räume umgestaltet, Regeln hinterfragt und pädagogische Inhalte zum Genderthema ausgearbeitet. Die Erfahrungen wurden und werden in die Fachgremien eingespeist.
- Iris Wagenblast
- Kita Die halben Meter e.V., Hamburg



