Termine

06.11.2017

Junge Menschen im betreuten Wohnen unterstützen, die Gewalt erlebt haben - partizipativ und geschlechterreflektiert!

Präsentation der Ergebnisse des Projekts Alternative Future durch Dr. Thomas Viola Rieske und Tanja Abou.

Das in 6 EU-Ländern durchgeführte Projekt Alternative Future zielt auf die Förderung und (Weiter‑)Entwicklung der stationären Kinder- und Jugendhilfe in der Arbeit mit jungen Menschen, die in ihrem Leben Gewalt erlebt haben. Besonderes Augenmerk galt dabei Praxisformen, die geschlechter­reflek­tiert sind und auf den Kinderrechten basieren.

Im Rahmen dieser Veranstaltung sollen die Projektergebnisse vorgestellt und diskutiert werden. Zu den Ergebnissen des Projekts gehört unter anderem ein Gute-Praxis-Katalog mit Praxisbeispielen. Dieser wird Ende Oktober als elektronisches Dokument erscheinen, auf der Veranstaltung werden gedruckte Exemplare verteilt.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe inklusive der Jugendämter. Sie ist zugleich offen auch für interessierte Pädagog*innen aus anderen Arbeitsfeldern.

Datum und Zeitrahmen: 6.11.2017, 14-17 Uhr

Ort: Familien für Kinder e.V. (Berlin), Stresemannstraße 78 gegenüber des S-Bahnhofs Anhalter Bahnhof. Der Zugang ist rollstuhlgerecht (Fahrstuhl).

Wir bitten um Anmeldung bis zum 30. Oktober per eMail an: alternative-future[at]dissens.de.

 

Das Projekt Alternative Future

Junge Menschen, die in stationärer Kinder- und Jugendhilfe leben, haben zu einem hohen Anteil in ihrem Leben körperliche, sexualisierte und/oder psychische Gewalt vor allem im familiären Kontext, aber auch in Gleichaltrigengruppen oder intimen Partnerschaften sowie in pädagogischen Einrichtungen erfahren. Viele von ihnen verfügen aufgrund ihrer sozialen Herkunft nur über wenige Ressourcen, die ihnen eine Resilienz gegenüber gewaltgeprägten Entwicklungsbedingungen ermöglichen. Es besteht die Gefahr langfristiger Einschränkungen der Lebensqualität und Teilhabemöglichkeiten dieser jungen Menschen und der Normalisierung und Reproduktion gewaltförmiger Verhältnisse in Form von Reviktimisierung und/oder eigener Täter*innenschaft.

Wichtig ist daher, dass sie im Rahmen stationärer Kinder und Jugendliche darin unterstützt werden, Gewaltwiderfahrnisse zu verarbeiten und sich als Inhaber*innen von (Kinder-)Rechten zu verstehen. Darüber hinaus ist wichtig, dass sie von bestehenden Männlichkeits- und Weiblichkeits­anforderungen entlastet werden, da diese oft Gewaltverhältnisse normalisieren – etwa indem Männlichkeit mit Stärke und Wehrhaftigkeit und Weiblichkeit mit Schwäche und Abhängigkeit assoziiert werden oder Zweigeschlechtlichkeit zur Norm erhoben wird.

Das Projekt Alternative Future hat sich seit November 2015 dieser Thematik gewidmet. Eine eigens durchgeführte Bedarfsanalyse zeigte, dass viele Fachkräfte den Wunsch nach weiterer Fortbildung insbesondere im Umgang mit Gewaltwiderfahrnissen von Jugendlichen und mit Gewalthandlungen in ihren Einrichtungen haben und an geschlechterreflektierten Arbeitsmöglichkeiten zu diesem Thema sowie an Möglichkeiten der Realisierung von Kinderrechten und Vermittlung dieser an Jugendliche interessiert sind. Jugendliche in stationärer Hilfe und Careleaver, die ebenfalls in die Bedarfsanalyse involviert wurden, bestätigten dies und wünschten sich bessere Qualifizierungen von Fachkräften.

Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde eine 3-tägige Fortbildung entwickelt für Fachkräfte, die Jugendliche im Alter von 12-18 Jahren unterstützen, die in betreuten Wohnformen leben und in ihrem Leben Gewalt erlebt haben. Im Rahmen der Fortbildung wurden Unterstützungsmaßnahmen entwickelt und in der Praxis erprobt. Bewährte Unterstützungsideen werden in einer Broschüre zusammengefasst, die Ende Oktober erscheint.


07.11.2017

Frankfurt/M.: Fachtag zur Jungenarbeit

"Macht-Männlichkeit-Ohnmacht?!"
Autoritäre Männlichkeiten – pädagogische Praxis in der Arbeit mit Jungen im Kontext aktueller politischer Debatten
Am 6.- 7. November 2017 in Frankfurt am Main


Vortrag (+ Workshop) von Andreas Hechler:

"Von der Freiheit, kein Junge sein zu müssen"

Autoritäre Männlichkeiten fantasieren von einer „Machtergreifung der Frau“, schimpfen über „Umerziehungsaktionen“ der „Genderisten“ und grenzen sich von einer „Vertuntung der Männerwelt“ ab. Anstelle des „Auto-Enttesteronisierungsprozesses“ des „hodenlosen und wehrlosen Manns“ wird eine „Reconquista maskuliner Ideale“ inklusive Faustrecht und Selbstjustiz beschworen. Gelöst werden soll sich von den Fesseln einer angeblich weiblichen Gesellschaft, glorifiziert wird in der Folge Virilität, Härte, Stärke und der Kampf gegen alles Schwache, ergo: Schwule, Trans*, Frauen, Weiblichkeit, Metrosexualität etc. pp. Feindbilder gibt es in diesen Kreisen mehr als genug.
Der rasende Männlichkeitsfetisch rechter Akteur_innen und der damit einhergehende Maskulinisierungs- und Resouveränisierungsdiskurs folgt einem identitären wie ordnungspolitischem Bedürfnis in immer prekärer werdenden Lebenslagen und ist in spezifischer Weise mit Rassismus, Antisemitismus und Überlegenheitsimperativen verknüpft. Mit dem Rückgriff auf Gene, Hormone und Gehirne wird nicht nur Identitätsverlustangst abgewehrt, sondern gesellschaftliche Freiheit schlechthin bekämpft. Geordnet werden soll die ganze Gesellschaft entlang dieses Männlichkeitswahns.
Dies bleibt nicht folgenlos für Kinder und Jugendliche. Was heißt das für Pädagogik allgemein, was heißt das für die pädagogische Arbeit mit Jungen*, was heißt es für die pädagogische Arbeit mit Mädchen* und anderen Geschlechtern? Wie kann all die Wut und der Hass produktiv genutzt werden?


13.11.2017 - 15.06.2018

Schleswig-Holstein: Gender-Zertifikatskurs zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt ab November 2017

Termine:

1. Block: 13.-14.11.2017

2. Block: 08.-09.02.2018

3. Block: 23.-24.04.2018

4. Block: 14.-15.06.2018 (Ergänzungsmodule)

Ort: Kiel

Referent*innen: Vivien Laumann und Dr. Thomas Viola Rieske

Anmeldung: www.secure-lernnetz.de/formix/index.php (in die Suchmaske die Veranstaltungsnummer GEN0017 eingeben)

Ausschreibung und weitere Infos


16.11.2017

Workshop "Männlichkeiten in der Schule" für Pädagogen

Do., 16. November 2017, 14:00 bis 18:00 Uhr mit Andreas Hechler und Thomas Viola Rieske

Männlichkeiten sind ein vielfach diskutiertes Thema im Feld Schule. Männliche Lehrkräfte werden seit längerem besonders fokussiert, wobei sie häufig als Rollenvorbilder und/oder Autoritätspersonen für Jungen* dargestellt werden. Eine weitergehende Reflexion von Männlichkeiten in Kollegien findet medial jedoch zumeist nicht statt und ist auch in der Ausbildung nur selten zu finden. Was heißt es nun, als männlicher Pädagoge im Feld Schule zu arbeiten?

Welche Erwartungen werden von Schüler*innen, Kollegium, Eltern und Gesellschaft an Sie gestellt, und wie wollen Sie selbst Ihre Rolle füllen?

Diese Fortbildung ist ein Angebot, sich diesen Fragen zu widmen und das Arbeitsfeld Schule unter Männlichkeitsaspekten genauer zu beleuchten. Ziel soll dabei sein, Perspektiven für die eigene Arbeit und für eine geschlechterreflektierte Pädagogik zu entwickeln.

Diese Fortbildung findet in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie statt und richtet sich an männliche Lehrkräfte der Sekundarstufen sowie weiteres pädagogisches Personal.

Ort:

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Raum: 5 C 39
Bernhard-Weiß-Str. 6
10178 Berlin

Anmeldung bis zum 26. Oktober: siehe hier:
 

 


20.11.2017 - 18.04.2018

Göttingen/bundesweit: Weiterbildung Geschlechterreflektierte Pädagogik

Bundesweite Fortbildungsreihe in der Akademie Waldschlösschen (Gleichen bei Göttingen):

Geschlechterreflektierte Pädagogik

Vielfalt und Handlungsfähigkeit stärken

1. Modul: 20.-22.11.2017

2. Modul: 29.-31.01.2018

3. Modul: 16.-18.04.2018

Referent_innen: Katharina Debus & Olaf Stuve

Teilnehmer*innen aus allen Bundesländern sind willkommen!

Ausschreibung und Ameldung

Rückfragen an katharina.debus[at]dissens.de 


06.12.2017 - 16.05.2018

Baden-Württemberg bei Karlsruhe / bundesweit: Weiterbildung Pädagogik im Kontext geschlechtlicher und sexueller Vielfalt. Reflexion – Antidiskriminierung – Handlungsfähigkeit

Bundesweite Fortbildungsreihe in Baden-Württemberg (bei Karlsruhe):

Pädagogik im Kontext geschlechtlicher und sexueller Vielfalt

Reflexion – Antidiskriminierung – Handlungsfähigkeit

1. Modul: 06.-08.12.2017

2. Modul: 27.02.-01.03.2018

3. Modul: 14.-16.05.2018

Referent_innen: Katharina Debus & Iven Saadi

Die Ausschreibung findet sich hier, Anmeldungen und organisatorische Rückfragen bitte an Kai Kabs unter kabs[at]paritaet-bw.de.

Inhaltliche bzw. konzeptionelle Rückfragen: katharina.debus[at]dissens.de

Teilnehmer*innen aus allen Bundesländern sind willkommen!