Forschende, pädagogische sowie beratende Praxen verzahnen wir in einem fortlaufenden Forschungs-Praxis-Zirkel, in dem sich die einzelnen Teile gegenseitig inspirieren, infrage stellen und produktiv weiterentwickeln. Unsere Forschungsergebnisse tragen wir in Bildungs- und Beratungsprozessen in die Praxis. Umgekehrt begleiten wir unsere Bildungs- und Beratungstätigkeit mit einem forschenden Blick und entwickeln daraus Erkenntnisse und Fragestellungen für Forschung und Theorieentwicklung.
Wir kombinieren in den meisten Formaten herrschaftskritische Theorie- und Forschungsansätze sowie konzeptionelle Ansätze vor allem aus dem pädagogischen Bereich mit Reflexionen über Erfahrungen und Bedarfe unserer Adressat_innen. Da alle Mitarbeiter_innen Erfahrung sowohl mit Forschung als auch mit pädagogischer Praxis haben, fließen eigene Erfahrungen sowie deren kritische Auswertung und Weiterentwicklung im Sinne eines kollegialen Dialogs in unsere Angebote ein.
Atmosphärisch ist uns eine Haltung gemeinsamen Lernens wichtig. Dies beinhaltet Fehlerfreundlichkeit und Wertschätzung, Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln und ein Interesse an solidarisch-kritischen Reflexionen.
In Fortbildungen und Beratungen thematisieren wir immer auch die Rolle von Arbeits- und Rahmenbedingungen und den Umgang mit diesen. Einerseits weisen wir neoliberale Nahelegungen zurück, die einzelnen Personen(-gruppen) die Verantwortung zuschieben, alleine durch qualifiziertes Handeln gesamtgesellschaftliche Probleme lösen zu sollen und zu können. Uns ist dennoch wichtig, die professionelle und politische Handlungsfähigkeit der Teilnehmenden unter Bedingungen miteinander verwobener gesellschaftlicher Ungleichheitsverhältnisse wie auch von Unterausstattung in der Pädagogik und anderen Handlungsfeldern zu erweitern und ihre Ressourcen zu stärken.
Dabei sind unseres Erachtens vermeintlich einfache Rezepte weniger hilfreich als ein Blick auf real vorhandene Komplexitäten sowie Balance-Akte und Widersprüchlichkeiten (nicht nur) pädagogischen Handelns. Auf dieser Grundlage können Schwierigkeiten und die ihnen zugrunde liegenden Ursachen und Dynamiken angemessener systemisch analysiert und die eigene Haltung weiterentwickelt werden. Gleichzeitig werden persönliche und systemische Ressourcen sichtbar, die im Umgang mit den konkreten Herausforderungen hilfreich sind. Daraus ergeben sich häufig neue Optionen sowohl für das eigene Handeln als auch für kollegiale Kooperationen.