Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. (BdP)

Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. (BdP) ist ein bundesweit tätiger Träger der Jugendhilfe und Jugendverband und existiert seit 1976 durch Fusion zweier Vorläuferverbände. Die seit 2011 intern begonnene Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im BdP durch den Arbeitskreis „Schatten der Jugendbewegung“ und die Bildungsstätte Burg Ludwigstein wurde jetzt an das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) als externes wissenschaftliches Institut übergeben. Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. beteiligt sich als Kooperationspartner des IPP an der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im BdP. Das Projekt hat im Mai 2021 begonnen, Ergebnisse werden im Jahr 2023 veröffentlicht.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Aufarbeitung sollen u.a. Formen und Ausmaß sexualisierter Gewalt im BdP, Täter*innen und ggf. Täter*innennetzwerke sowie institutionelle und ideologische Grundlagen, die die Ausübung sexualisierter Gewalt begünstigten, erforscht werden. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Aufarbeitung steht die Perspektive der Betroffenen, darunter die Folgen des Gewalterlebens, die Bewältigungsstrategien und die Initiativen zu Aufdeckung und Hilfesuche. Dazu kommt die Frage des institutionellen Umgangs mit sexualisierter Gewalt im Zeitverlauf. Wie bei allen wissenschaftlichen Aufarbeitungsprojekten des IPP geht es auch hier um Konsequenzen aus der Vergangenheit für Prävention und Intervention.

Das Projekt wird gemeinsam mit den Kolleg_innen Helga Dill, Peter Caspari und Tinka Schubert des IPP München durchgeführt. Für Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. liegt die Zuständigkeit bei Bernard Könnecke.

Informationen zur Studie beim IPP München

Informationen zur Studie beim BdP

Aktueller Aufruf zur Beteiligung

 

Das Gender-Sternchen (*) dient als Verweis auf den Konstruktionscharakter von "Geschlecht". Wenn das Sternchen hinter einer Personenbezeichnung (z.B. Jungen*) steht verdeutlicht es, dass hier explizit alle Menschen gemeint sind, die sich mit dieser Bezeichnung identifizieren, durch sie definiert werden und/oder sich sichtbar gemacht sehen. Dadurch wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass sich unter der Bezeichnung verschiedene, vielfältige Positionierungen sammeln können. Gleichzeitig dient das Sternchen als Platzhalter um Raum für verschiedene geschlechtliche (und sexuelle) Verortungen zu lassen.