Kiel: Fortbildung Geschlechterreflektierte Neonazismusprävention

6.-7. Oktober 2016 am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH)

Geschlecht und Sexualität sind zentrale Strukturkategorien in extrem rechten Lebenswelten, Verhaltensweisen und Einstellungen, werden aber häufig nicht beachtet. Für eine (pädagogische) Präventionsarbeit gegen Neonazismus ist die kritische Auseinandersetzung mit geschlechtsbezogenen Rollenbildern und Vorstellungen über Geschlechterverhältnisse aktuellen Studien folgend ein Erfolg versprechender Ansatzpunkt. Auf einer geschlechterreflektierten Grundlage können Kindern und Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten angeboten werden, sich geschlechtlich individuell und gleichberechtigt zu entwickeln. Somit werden ihnen alternative Angebote zu den stark einengenden und hierarchisierten Geschlechtervorstellungen in neonazistischen Lebenswelten gemacht – ein im besten Sinne präventiver Ansatz. Dieser wird, neben der Vermittlung von allgemeinen Grundkenntnissen über die extreme Rechte, der zentrale inhaltliche Orientierungspunkt dieser Fortbildung sein.

Inhalte

  • Neonazistische Jugendarbeit und Anwerbestrategien durch rechten Lifestyle, Jugendkulturen, Musik, Social ‎Media, Kleidung und Symbole
  • Bedeutung und Funktion von Weiblichkeit und Männlichkeit im Neonazismus, vergeschlechtlichte ‎Einstellungs- und Handlungsmuster
  • Methoden und Ansätze geschlechterreflektierter Arbeit mit Jungen und Mädchen
  • Geschlechterreflektierte Prävention gegen Neonazismus‎


Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an Lehrer_innen aller Fachrichtungen und Schultypen, Mitarbeitende in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, Streetwork und Gemeindejugendarbeit, Mitarbeiter/innen in Jugendamt und Jugendgerichtshilfe und andere ‎professionelle Pädagog_innen, die mit rechtsorientierten Kindern und Jugendlichen in Kontakt ‎kommen bzw. die eine Notwendigkeit der spezifischen Präventionsarbeit zu dem Thema erkennen.

 

Die Fortbildung ist kostenfrei.

Referent_innen: Vivien Laumann und Andreas Hechler

Anmeldung bis 29. September 2016 über das secure-lernnetz (bei Suchbegriff ‚Laumann‘ oder ‚Hechler‘ eingeben).

Das Gender-Sternchen (*) dient als Verweis auf den Konstruktionscharakter von "Geschlecht". Wenn das Sternchen hinter einer Personenbezeichnung (z.B. Jungen*) steht verdeutlicht es, dass hier explizit alle Menschen gemeint sind, die sich mit dieser Bezeichnung identifizieren, durch sie definiert werden und/oder sich sichtbar gemacht sehen. Dadurch wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass sich unter der Bezeichnung verschiedene, vielfältige Positionierungen sammeln können. Gleichzeitig dient das Sternchen als Platzhalter um Raum für verschiedene geschlechtliche (und sexuelle) Verortungen zu lassen.