Jungen* und Gewaltfreiheit – (Wie) Kann das gehen?

Fortbildung für Fachkräfte und Interessierte aus Jugendarbeit, Hilfen zur Erziehung, Politischer Bildung, Schule & Schulsozialarbeit.

Referenten: Till Dahlmüller, Bernard Könnecke.

Zeiten: 6.03.2023 & 7.03.2023, jeweils 10:00 – 17:00 Uhr.

Ort: Alte Feuerwache Berlin, Axel-Springer-Str. 40/41, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Kosten: Teilnahmebeitrag 20,00 €.

Anmeldung: till.dahlmueller[at]dissens.de (bis spätestens: 24.02.2023)

In dieser zweitägigen Fortbildung erarbeiten wir Handlungsansätze und Methoden, mit denen wir Jungen* und junge männliche Erwachsener darin stärken können, sich kritisch mit Männlichkeit und Geschlechterverhältnissen zu beschäftigen und gewaltfreie Handlungsmuster zu entwickeln. Dabei legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Verknüpfung von männlicher Sozialisation & Gewaltprävention. Denn: Nach wie vor sind in der Sozialisation von Jungen* und jungen Männern* Anforderungen wie Durchsetzungsfähigkeit, Souveränität, (körperliche) Stärke sowie die Unterdrückung und Abwertung von Verletzlichkeit, Emotionalität und weiteren mit Weiblichkeit assoziierten Eigenschaften bedeutend. Die Orientierung an ihnen bildet einen fruchtbaren Boden für gewalttätiges Handeln und zusammen mit frauen- und homosexualitätsfeindlichen beziehungsweise (hetero- und cis-)sexistischen Einstellungen eine zentrale Voraussetzung für geschlechtsbezogene Gewalt.
In der Fortbildung werden wir Ursachen und Formen männlicher Gewalt diskutieren und verschiedene Ansätze zum besseren Verständnis erarbeiten. Anschließend werden wir Methoden für die pädagogische Praxis vorstellen und erproben. Diese sollen uns helfen, junge männliche Erwachsenen darin zu stärken, Geschlechterbilder, Selbstverhältnisse und Handlungsspielräume zu erweitern und damit Voraussetzungen für gewaltfreie Handlungsweisen zu schaffen. Dazu gehören vor allen Dingen die Sensibilisierung für das Gewalterleben anderer sowie des eigenen, die Förderung von (Selbst-)Fürsorge sowie die Entwicklung auf gegenseitiger Anerkennung basierender gewaltfreier Handlungsweisen und Rollenbilder. In Fallbesprechungen diskutieren wir Praxissituationen und beleuchten sie aus einem geschlechterreflektierenden Blickwinkel hinsichtlich gewaltfreier Lösungsmöglichkeiten.

Die Fortbildung wird im Rahmen des EU-Projekts Caring Masculinities in Action durchgeführt. Informationen zum Projekt und weiteren Projektangeboten finden sich hier.

Die vollständige Ausschreibung kann hier heruntergeladen werden.

Das Gender-Sternchen (*) dient als Verweis auf den Konstruktionscharakter von "Geschlecht". Wenn das Sternchen hinter einer Personenbezeichnung (z.B. Jungen*) steht verdeutlicht es, dass hier explizit alle Menschen gemeint sind, die sich mit dieser Bezeichnung identifizieren, durch sie definiert werden und/oder sich sichtbar gemacht sehen. Dadurch wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass sich unter der Bezeichnung verschiedene, vielfältige Positionierungen sammeln können. Gleichzeitig dient das Sternchen als Platzhalter um Raum für verschiedene geschlechtliche (und sexuelle) Verortungen zu lassen.