Widersprüchlich und anstrengend! Aktuelle Weiblichkeitsanforderungen zwischen Traditionalität und Modernisierung

Eine Online-Seminarreihe mit Katharina Debus im Rahmen des Projekts Schnittstelle Geschlecht – Geschlechterreflektierte Bildung als Prävention von Sexismus, Vielfaltsfeindlichkeit und Rechtsextremismus von Dissens – Institut für Bildung und Forschung

Ausschreibung zum Download

Modul-Überblick

(ausführlichere Modul-Beschreibungen folgen unten)

  • Mittwoch, 26.6., 9:45-15h,Modul 1: Widersprüchlich und anstrengend! Ein Online-Seminar zu aktuellen Weiblichkeitsanforderungen zwischen Traditionalität und Modernisierung. Offen für alle Interessierten.
  • Donnerstag, 27.6., 9:45-15h,Modul 2: Selbstreflexion zu Weiblichkeitsanforderungen. Zielgruppe:  Frauen und Menschen, die als Mädchen (fremd)sozialisiert wurden. Voraussetzung: Teilnahme an Modul 1 (genauer siehe unten).

Informationen zur Referentin

https://katharina-debus.de/ueber-katharina-debus/.    

Organisatorisches

Kosten

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt unter anmeldung@katharina-debus.de mit folgenden Angaben (die Emails werden von Katharina Debus gelesen und bearbeitet):

  • Name
  • Wohnort
  • Organisation bzw. Institution bzw. Tätigkeit (das darf gerne auch fachfremd sein, die Reihe richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von beruflicher oder aktivistischer Tätigkeit, bitte die Zielgruppenbeschreibungen von Modul 2 bzgl. Geschlecht beachten)
  • Kurztitel der Reihe (Weiblichkeitsanforderungen) und gewählte Module
  • ggf. Rückfragen bzw. Anliegen.

Da die Plätze in den Modulen begrenzt sind, bitten wir um verbindliche Anmeldungen und ggf. rechtzeitige Absagen, um dann Menschen auf der Warteliste berücksichtigen zu können. Aufgrund der Förderung durch den Berliner Senat sind wir gehalten, Teilnehmende mit Wohn- bzw. Arbeitsort in Berlin bevorzugt zu berücksichtigen.

Zoom

Die Online-Seminare finden passwortgeschützt über Zoom statt.

Technische Ausstattung

Teilnehmende brauchen eine Kamera und ein Mikrophon bzw. ein Headset. Es empfiehlt sich eine Teilnahme über einen Computer. Eine Teilnahme über Smartphone oder Tablet ist möglich, aber durch den kleinen Bildausschnitt erfahrungsgemäß anstrengend und es steht nicht der volle Funktionsumfang zur Verfügung.

Barrieren

Die Vorträge finden in Lautsprache statt und werden durch Powerpoint-Visualisierungen unterstützt. Diese können bei Bedarf vorab zugesandt werden. Bei rechtzeitiger Nachricht bemühe ich mich darum, so vorzutragen, dass der Vortrag auch ohne die Visualisierungen zu verstehen ist.

Datenschutz & Aufzeichnungen

Die Teilnehmenden-Dokumentation für die Fördergeber*innen findet per Screenshot der Anwesenden mit ausgeschalteten Videos statt. Die Anmeldung gilt als Einverständnis mit dieser Dokumentation. Sie gilt ebenfalls als Einverständnis mit der Speicherung der im Anmeldevorgang genannten Daten zum Zweck der Teilnehmenden-Verwaltung. Genauere Hinweise zum Datenschutz in der Veranstaltung finden sich hier: https://www.dissens.de/disclaimer. Bzgl. der Datenschutzbestimmen von Zoom verweisen wir auf die Datenschutzaussagen von Zoom, wir übernehmen keine Verantwortung für Zuwiderhandlungen durch den Plattformbetreiber, da diese außerhalb unseres Einflusses liegen. Rückfragen zu technischen Einstellungen im Seminar können an die Anmeldeadresse gerichtet werden.

Ausführlichere Modul-Beschreibungen

Modul 1: Widersprüchlich und anstrengend!

Ein Online-Seminar zu aktuellen Weiblichkeitsanforderungen zwischen Traditionalität und Modernisierung

Termin

Mittwoch, 26. Juni, 10 – 15h, Technik-Check-In um 9:50h

Zielgruppe

Alle Interessierten aller Geschlechter und Zugehörigkeiten. Transfers werden öfter einen Blick auf Pädagogik werfen, aber auch Nicht-Pädagog*innen sind herzlich willkommen. Ich bemühe mich um eine gut verständliche Sprache, aber Fremdwörter werden aufgrund der zeitlichen Dichte immer wieder vorkommen. Es darf dazu sehr gerne nachgefragt werden.

Dieses Online-Seminar besteht wesentlich aus Vortragsteilen mit Austauschphasen in wechselnden Zufallsgruppen. Der Fokus liegt auf Weiblichkeitsanforderungen, also gesellschaftlichen Bildern, wie Menschen sein und sich verhalten müssen, um als ‚richtige‘ oder ‚normale‘ Frauen oder Mädchen zu gelten, und auf den Konsequenzen dieser Anforderungen. Unter anderem wird es um Widersprüchlichkeiten zwischen Traditionalität und Modernisierung, Überforderung und Balance-Akte, Schamgefühle beim Scheitern an emanzipatorischen Ansprüchen, Distanz zu Feminismus, Weiblichkeit und Frauen, sowie Bescheidenheits-, Selbstlosigkeits- und Selbstkritik-Ansprüche gehen.

Der Vortrag beschäftigt sich mit engen gesellschaftlichen Bildern von Weiblichkeit, es geht also mehr um einschränkende gesellschaftliche Muster und Normen als um Vielfalt und Individualität. Dabei wird nicht erörtert, wie ‚die‘ Frauen oder Mädchen vermeintlich seien, sondern es werden Effekte gesellschaftlicher Bilder besprochen.

Modul 2: Selbstreflexion zu Weiblichkeitsanforderungen

Ein Online-Seminar für Frauen und für Menschen, die als Mädchen (fremd)sozialisiert wurden

Termin

Donnerstag, 27.6., 10 – 15h, Technik-Check-In 10:50h

Zielgruppe

Das Online-Seminar richtet sich an Menschen, die Lust haben, in diesem Kontext eigene Erfahrungen mit Weiblichkeitsanforderungen zu reflektieren. Es ist offen für Menschen, die heute als Frauen leben, und für Menschen, die von anderen in ihrer Kindheit und/oder Jugend über längere Zeit als Mädchen behandelt wurden (es geht nicht um einmalige/seltene Verwechslungen). Rückfragen ggf. gerne unter der Anmelde-Adresse.

Teilnahme-Voraussetzungen siehe unten.

Aufbauend auf dem Vortrag des ersten Moduls bietet dieses Online-Seminar einen Raum und Anregungen für Austausch zu eigenen Erfahrungen mit Weiblichkeitsanforderungen. Wir wechseln zwischen Plenum, kürzeren zufälligen Kleingruppen und mindestens einer Phase in selbstgewählten Kleingruppen. Ich moderiere, stelle eigene Erfahrungen zur Verfügung und biete theoretische Einordnungen an.

Voraussetzungen

Dieses Online-Seminar richtet sich an Teilnehmende aus Modul 1.

Informierte Teilnahme

Der Fokus dieses Online-Seminars liegt auf der Beschäftigung mit Weiblichkeitsanforderungen und deren Wirkungen auf das eigene Leben. Die Teilnehmenden sollten bereit sein, verschiedene Realitäten von trans*[1], inter*[2] und cis[3] Menschen mitzudenken[4] und sich um ein inklusives Herangehen im Sinne der oben genannten Zielgruppen zu bemühen.

Da u.a. Körper, Identitäten und Sozialisationserfahrungen für verschiedene trans*, inter* und cis Menschen in unterschiedlicher Weise von Bedeutung sind, ist eine Teilnahme nur zu empfehlen, wenn es gerade passt, mit Differenzen in der Selbstwahrnehmung und Sprache umzugehen und wenn eine wohlwollende und fehlerfreundliche Haltung möglich ist. Ich werde mich um eine vertrauensvolle und warme Atmosphäre mit Kennenlernen am Anfang bemühen. Dennoch handelt es sich bei diesem Seminar nicht um einen Safe Space, in dem Verletzungen ausgeschlossen werden können, sonderneher um einen Braver Space, der sich um eine wohlwollende Atmosphäre bemüht, in der unter Umständen zeitweise die Komfortzone verlassen wird, Irritationen und Widerspruch möglich sind und Schmerz thematisiert werden kann – alles auf der Grundlage eines ernsthaften Bemühens um nicht-diskriminierendes Handeln.

Ich (Katharina Debus) bin selbst cis Frau, wurde also bei Geburt zum Mädchen erklärt und empfinde für mich mein Frau-Sein als Empowerment-Identität. Ich bemühe mich darum, verschiedene andere cis sowie trans* und inter* Perspektiven auf Weiblichkeitsanforderungen einzubeziehen.

Alle Teilnehmenden sollten vorher überlegen, ob dies ein Angebot ist, das zu diesem Zeitpunkt für Euch passt. Eine Thematisierung von Unwohlsein und Kritik ist möglich, der Fokus soll aber auf dem persönlichen Austausch zu eigenen Erfahrungen liegen, nicht auf der Meta-Ebene, und ich fühle mich dafür verantwortlich, diesen Fokus zu halten.

Diese Online-Seminar-Reihe findet im Rahmen des Projekts Schnittstelle Geschlecht – Geschlechterreflektierte Bildung als Prävention von Sexismus, Vielfaltsfeindlichkeit und Rechtsextremismus von Dissens – Institut für Bildung und Forschungstatt. Das Projekt wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, im Rahmen des Landesprogramms gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.


[1] Trans* Teilnehmende sind in Modul 2 willkommen, wenn sie entweder bei Geburt als Junge in die Geburtsurkunde eingetragen wurden und heute als Frau leben und/oder von anderen als Frau gelesen werden. Oder wenn sie in der Kindheit und/oder Jugend als Mädchen behandelt wurden und heute als ein anderes Geschlecht leben, z.B. als Mann, nicht-binär, genderqueer, agender etc., und Lust haben, sich mit den Effekten von Weiblichkeitsanforderungen für ihr Leben zu beschäftigen.

[2] Inter* Teilnehmende sind in Modul 2 willkommen, wenn sie heute als Frau leben, unabhängig davon, welches Geschlecht in die Geburtsurkunde eingetragen wurde. Und/oder wenn sie in ihrer Kindheit bzw. Jugend als Mädchen behandelt wurden, unabhängig davon, als welches Geschlecht sie heute leben (z.B. Inter*, Frau, Mann, nicht-binär etc.) und Lust haben, sich mit den Effekten von Weiblichkeitsanforderungen für ihr Leben zu beschäftigen.

[3] Alle cis Frauen sind in Modul 2 willkommen. Cis wurde als Gegenüber-Begriff zu trans entwickelt, meint also Menschen, die nicht trans* sind (in meinem Verständnis auch nicht inter*, aber das ist in den Communities umstritten). Cis Frauen sind in meinem Verständnis Frauen, die bei Geburt als Mädchen in die Geburtsurkunde eingetragen wurden und heute als Frauen leben. Da es verschiedene Definitionen von cis gibt: Ich meine damit nicht nur Frauen, die sich total enthusiastisch als Frau identifizieren, sondern alle, die sich (mit unterschiedlichen Graden zwischen Begeisterung, Pragmatismus, Gesellschaftskritik, Empowerment oder einem ‚ist halt irgendwie so‘) derzeit irgendwie als Frau verstehen bzw. verorten.

[4] Es ist für die Teilnahme am Seminar nicht notwendig, all diese Begriffe zu kennen. Es sollte nur nicht überraschen, wenn Menschen teilnehmen, die verschiedene Erfahrungen und Selbstverständnisse mitbringen. Und alle Teilnehmenden sollten ehrlich bemüht sein, Teilnehmende mit unterschiedlichen Erfahrungen, Identitäten, Körpern und Selbstbeschreibungen zu akzeptieren und zu respektieren. Wer sich weiter informieren will, findet Begriffserklärungen u.a. in unserem Glossar unter https://interventionen.dissens.de/materialien/glossar.

Das Gender-Sternchen (*) dient als Verweis auf den Konstruktionscharakter von "Geschlecht". Wenn das Sternchen hinter einer Personenbezeichnung (z.B. Jungen*) steht verdeutlicht es, dass hier explizit alle Menschen gemeint sind, die sich mit dieser Bezeichnung identifizieren, durch sie definiert werden und/oder sich sichtbar gemacht sehen. Dadurch wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass sich unter der Bezeichnung verschiedene, vielfältige Positionierungen sammeln können. Gleichzeitig dient das Sternchen als Platzhalter um Raum für verschiedene geschlechtliche (und sexuelle) Verortungen zu lassen.