News

29.04.2022

Fortbildungsangebot: Geschlechterreflektierte Pädagogik in der Kita und Grundschule mit Fokus auf fürsorgliche Männlichkeiten

„Jungen* spielen vor allem mit den anderen Jungen*, bauen mit Bauklötzen und raufen sich. Um sich und andere kümmern sie sich kaum.“ Ist das wirklich so?

Die Fortbildung nimmt sich dieser Frage an und schaut, welche pädagogischen Möglichkeiten es gibt, um Verhaltensmöglichkeiten von Jungen* zu erweitern, sie von Männlichkeitsanforderungen zu entlasten, Gewaltpräventiv zu arbeiten und Fürsorgetätigkeiten gerecht früh zu verteilen. Die Fortbildungen finden im Rahmen des Projekts „ECaRoM - Early care and the role of men / Förderung fürsorglicher Männlichkeiten“ statt. ECaRoM nimmt die Verbindung von geschlechterreflektierter Pädagogik, Fürsorge und Männlichkeiten in der Kindheits- und Grundschulpädagogik in den Fokus.

Inhalte der Fortbildung:

  • Männlichkeitstheorien (fürsorgliche Männlichkeiten)
  • Sensibilisierung und Erkennen von Geschlechterstereotypen: Reflexion eigener Erfah-rungen und Haltungen im Kontext von Geschlecht, Männlichkeiten und Pädagogik
  • Grundlagen der geschlechterreflektierten Pädagogik
  • Pädagogische Methoden, Materialien und Interventionsmöglichkeiten
  • Übertragung in die eigene Praxis: Anwendung der erlernten Fertigkeiten und Metho-den im eigenen Arbeitsfeld

Rahmen der Fortbildung:
Das Angebot wird als inhouse-Fortbildung oder Institutionen übergreifend durchgeführt. Die Fortbildung kann halbtägig, ganztägig oder über zwei Tage im Zeitraum von Januar bis Dezember 2022 durchgeführt werden. Es wird um die Übernahme von Fahrt bzw. Übernachtungskosten ge-beten. Die Fortbildung kann in Präsenz oder online stattfinden.


Kontakt:
Bei Interesse bitte um eine Kontaktaufnahme mit:
Dr. Daniel Holtermann daniel.holtermann@dissens.de

Projektwebseiten:

 


15.03.2022

Fürsorgliche Männlichkeiten in der Kindheits- und Grundschulpädagogik

Veröffentlichung des Forschungsberichts

ECaRoM – Förderung fürsorglicher Männlichkeiten in der frühen Erziehung und Bildung

Im Rahmen des EU- und BMFSFJ-geförderten internationalen Projekts „ECaRoM – Early Care and the Role of Men / Förderung fürsorglicher Männlichkeiten in der frühen Erziehung und Bildung“ wurde der Stand der Kindheits- sowie Grundschulpädagogik in Deutschland in Bezug auf geschlechterreflektierte Pädagogik und fürsorgliche Männlichkeiten untersucht. Dazu wurden eine Dokumentenanalyse von Gesetzestexten, Ausbildungs- und Bildungsplänen aller Bundesländer vorgenommen sowie 14 qualitative Interviews in Deutschland durchgeführt. Zusätzlich wurden aktuelle Studien und pädagogisches Material im Bereich der Kindheits- und Grundschulpädagogik ausgewertet. Eine Zusammenfassung und der Bericht sind jetzt online verfügbar.


15.03.2022

Onlinebefragung zu sexualisierter Gewalt in evangelischen Kontexten gestartet

Im Rahmen des Forschungsverbundes ForuM, an dem wir gemeinsam mit dem IPP München beteiligt sind, hat eine Onlinebefragung von Betroffenen begonnen.

Die Online-Befragung ist anonym und richtet sich an Menschen, die sexualisierte Gewalt im Raum der evangelischen Kirche und Diakonie erlebt haben. Personen, die bereits an Studien anderer Teilprojekte teilgenommen haben oder dies werden, können auch an der Onlinestudie teilnehmen.

Die Online-Befragung und weiteren Informationen finden sich hier.


28.10.2021

Pressekonferenz am 28.10.2021 Forschung zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in evangelischen Kontexten

Das IPP München und Dissens - Institut für Bildung und Forschung e.V. besprehcen eine neue Teilstudie, welche das Ziel hat, Fälle von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch im Bereich der Evangelischen Kirche und der Diakonie in Deutschland aus der Perspektive der Betroffenen zu rekonstruieren. Dabei steht auch der institutionelle Umgang der evangelischen Repräsentant*innen, der Gemeinden, Gemeinschaften und Gliederungen im Fokus.

Die Aufarbeitung findet im Rahmen des Forschungsverbunds „ForuM – Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland” statt. Der unabhängige Forschungsverbund hat das Ziel, eine Gesamtanalyse evangelischer Strukturen und systemischer Bedingungen, die sexualisierte Gewalt begünstigen und ihre Aufarbeitung erschweren, zu erstellen. Dazu erarbeiten renommierte Forscher*innen in fünf Teilstudien interdisziplinär an jeweils unterschiedlichen Fragestellungen und Perspektiven.

Das Forschungsvorhaben ist partizipativ angelegt. Das heißt, die Wissenschaftler*innen arbeiten in allen Forschungsschritten mit Co-Forschenden zusammen, die selbst Betroffene von sexualisierter Gewalt im evangelischen Kontext sind.

Wir werden Ihnen die Studie im Rahmen der Pressekonferenz vorstellen und dabei insbesondere auf den partizipativen Forschungsansatz eingehen.

An der Pressekonferenz nehmen teil:

  • Helga Dill und Dr. Peter Caspari, Leitung der Teilstudie, IPP
  • Malte Täubrich, Dissens e.V. Berlin
  • Detlev Zander, Co-Forschender
  • Prof. Dr. Martin Wazlawik, Koordinator Forschungsverbund ForuM, Hochschule Hannover

Mit der Pressekonferenz verbunden ist auch ein Aufruf an Betroffene, sich beim IPP München und Dissens - Insitut für Bildung und Forschung e.V. zu melden.

Weitere Informationen, Livestream sowie Pressemappe finden sich auf der Seite des IPP München.


01.09.2021

Neue Podcastfolge: Dilemmata navigieren Teil II

Wir freuen uns, auf eine neue Podcastfolge hinweisen zu können!

Im zweiten Teil unseres Gesprächs mit Vivien Laumann und Andreas Hechler geht es wieder um Dilemmata und Herausforderungen im Lernen zu Diskriminierung. Mit Lernen meinen wir hier in einem weiten Sinne alle Auseinandersetzungen mit Diskriminierung, über Bildungskontexte hinaus.

In Folge 11 geht es u.a. um Potenziale und Fallstricke der Praxis, sich als diskriminiert oder privilegiert zu positionieren, und um die Unterscheidung in gesellschaftliche und politische Positionierung. Außerdem sprechen wir darüber, inwiefern uns die Auseinandersetzung mit Dilemmata dabei helfen kann, diese zu navigieren.

Unseren Podcast gibt es bei Spotify, Apple Podcasts und auf unserer Website: https://www.dissens.de/podcast


23.08.2021

Aufruf zur Teilnahme an einer Studie Forschung zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in evangelischen Kontexten

Im Rahmen eines unabhängigen Forschungsverbundes führen wir, das IPP München und Dissens e.V. Berlin, gemeinsam mit betroffenen Co-Forschenden eine Studie zu Strukturen und systemischen Bedingungen, die sexualisierte Gewalt in evangelischen Kontexten begünstigen, durch. Der Schwerpunkt unseres Projekts liegt darauf, die Erfahrungen und Sichtweisen von Menschen zu erforschen, die sexualisierte Gewalt und damit zusammenhängende Formen von Gewalt und Missbrauch in diesen Kontexten erlitten haben. Diese Studie ist eines von fünf Teilprojekten des Forschungsverbundes ForuM.

Evangelische Kontexte umfassen Einrichtungen der evangelischen Kirche, Diakonische Einrichtungen/Angebote, Angebote der evangelischen Jugendarbeit, evangelische Freikirchen sowie nicht-evangelische Institutionen, in denen Amtsinhaber*innen oder Mitarbeitende der evangelischen Kirche oder Diakonie sexuell übergriffig geworden sind. Mit sexualisierter Gewalt meinen wir jede sexuelle Handlung einer anderen Person, die gegen den eigenen Willen vorgenommen wird und/oder jede sexuelle Handlung, zu der jemand durch eine andere Person gezwungen wird.

Die für die Durchführung des Teilprojektes verantwortlichen Institute sind von der evangelischen Kirche oder anderen Institutionen unabhängig. Eine Einflussnahme auf die Forschung durch diese ist ausgeschlossen. An der Durchführung unserer Studie sind auch Menschen beteiligt, die selbst sexualisierte Gewalt und andere Gewaltformen im Bereich der evangelischen Kirche und Diakonie erlebt haben.

Die wesentlichen Ziele unserer Studie sind:

  • Beitrag zur Aufklärung und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und anderer Gewaltformen im Bereich evangelischer Kontexte.
  • Empfehlungen zur Prävention von sexualisierter Gewalt in evangelischen Kontexten.

Um dieses Vorhaben umsetzen zu können, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen und laden Sie daher ein, uns Ihre Erfahrungen sexualisierter Gewalt in evangelischen Kontexten zu erzählen. Dies würde im Rahmen wissenschaftlicher Interviews mit genau festgelegten Rahmenbedingungen geschehen. Die wichtigsten davon sind:

  • Die gesamte Studie unterliegt strengsten Datenschutzrichtlinien.
  • Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig.
  • Eine Zusage zur Teilnahme kann jederzeit ohne Konsequenzen zurückgenommen werden.
  • Das Interview kann jederzeit ohne Konsequenzen unterbrochen oder abgebrochen werden.
  • Die Interviewten erzählen nur das, was sie erzählen möchten.

Detaillierte Informationen zu den Rahmenbedingungen finden sie hier

Statement der Co-Forschenden

Als betroffene Co-Forscher*innen ermutigen wir Sie an dieser Studie teilzunehmen, in der Ihnen mit Respekt und Anerkennung begegnet wird. Indem Sie Ihre Erfahrungen hör- und sichtbar machen, helfen Sie, weitere Fälle von sexualisierter Gewalt in evangelischen Kontexten vorzubeugen. Aufarbeitung wird angeregt und konkrete Empfehlungen zur Prävention können so gemacht werden.

Kontakt

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme an unserer Studie haben, würden wir uns freuen, wenn Sie sich an uns wenden.

Kontaktmöglichkeit: forum@ipp-muenchen.de ; Tel.: (089) 543 59 77 – 0 (Sollte nur der Anrufbeantworter erreichbar sein, rufen wir werktags innerhalb von 24 Stunden zurück). Selbstverständlich besteht jederzeit die Möglichkeit, dass Sie sich zunächst über die Studie informieren, bevor Sie sich zu einer Teilnahme entschließen. Auskunft geben wir Ihnen gerne.

Gerne können Sie diese Information auch andere Personen weiterleiten, die vielleicht als Interviewpartner*innen in Frage kommen könnten. Vielen Dank!

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass möglicherweise nicht alle Personen, die zu einem Interview bereit sind, von uns interviewt werden können, da in unserem Forschungsplan eine bestimmte Anzahl von Interviews von vornherein festgelegt ist. Sie haben aber auf jeden Fall die Möglichkeit, an der Online-Befragung im Teilprojekt D teilzunehmen.

Weiterführende Informationen:

Im Rahmen des Forschungsverbundes ForuM gibt es auch die Möglichkeit an anderen Studien teilzunehmen, einen Überblick findet sich unter https://www.forum-studie.de/teilnahme/

Bei sonstigen Fragen zum Thema sexualisierte Gewalt oder für Hilfe und Beratung wenden Sie sich bitte an die anonyme und kostenfreie Onlineberatung oder das Hilfetelefon von N.I.N.A. oder besuchen Sie das Hilfeportal sexueller Missbrauch:

Onlineberatung:https://www.hilfe-telefon-missbrauch.online

Hilfetelefon: Tel.: 0800 22 55 530  https://nina-info.de/hilfetelefon.html     

Hilfeportal sexueller Missbrauch:

https://www.hilfeportal-missbrauch.de/startseite.html

 

Den Aufruf als PDF finden Sie hier


05.03.2021

Buch: Vom Scheitern, Zweifeln und Ändern - Kritische Reflexionen von Männlichkeiten

Blu Doppe / Daniel Holtermann (Hg.) (2021): Vom Scheitern, Zweifeln und Ändern - Kritische Reflexionen von Männlichkeiten. Münster: Unrast Verlag

Warum setzen sich eigentlich so wenige Männer für die Gleichberechtigung aller Geschlechter ein, wenn doch die Ungerechtigkeiten so offensichtlich sind? Die derzeitigen Ausformungen der Männlichkeiten spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung wie auch der Beständigkeit von Patriarchat, Sexismus und geschlechtlichen Ungleichheiten auf strukturellen Ebenen. Aber ebenso üben sie Einfluss auf der individuellen Ebene aus. Der vorliegende Sammelband nähert sich dem Thema aus 15 verschiedenen Perspektiven, sowohl cis-männlichen als auch anderen. Er verknüpft und berücksichtigt dazu abstrakt-analytische und biografisch-persönliche Herangehensweisen, bringt diese immer wieder in Zusammenhang und beschreibt Wechselwirkungen.

https://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/vom-scheitern-zweifeln-und-aendern-detail


19.02.2021

Artikel: Bauchfrei und Kopftuch – Eingriffe in die körperliche Autonomie von Mädchen*

Debus, Katharina (2021): Bauchfrei und Kopftuch – Eingriffe in die körperliche Autonomie von Mädchen*. Online unter: www.ufuq.de/bauchfrei-und-kopftuch-eingriffe-in-die-koerperliche-autonomie-von-maedchen/.


19.02.2021

Artikel: Umgang mit problematischen Begriffen im Lernen zu Diskriminierung

Debus, Katharina (2020): Umgang mit problematischen Begriffen im Lernen zu Diskriminierung. https://www.dissens.de/fileadmin/Interventionen/redakteure/Debus_-_Umgang_mit_problematischen_Begriffen_im_Lernen_zu_Diskriminierung.pdf.


09.02.2021

Podcasts zu Schule & Geschlecht

mit der assoziierten Dissens-Mitarbeiterin Katharina Debus

Podcasts (in diesem Fall: Fachgespräche zum Zuhören) mit Klemens Ketelhut, Katharina Debus und Peter Bienwald im Rahmen der Heidelberger Antidiskriminierungsgespräche:

"Jungs sind klug und Mädchen fleißig?"

Schule – Leistung – Geschlecht

Ohne Angst verschieden sein können?

Bildungsteilhabe – Sexuelle Orientierung – Geschlecht

 

Beide Podcasts sind gegliedert in einen Teil I zur Bestandsaufnahme und Analyse der derzeitigen Situation und einen Teil II zu Konsequenzen für die Praxis.

Die Podcasts finden sich hier: https://mosaik-deutschland.de/2020/11/25/heidelberger-antidiskriminierungsge-spraeche-podcastreihe-teil-i-ii/?fbclid=IwAR1kTRm8O441ajyhM8F7UTmmEgOfASdFWsdVaEdS-RBDtgPGZVG5ojqaKWQ

 


Das Gender-Sternchen (*) dient als Verweis auf den Konstruktionscharakter von "Geschlecht". Wenn das Sternchen hinter einer Personenbezeichnung (z.B. Jungen*) steht verdeutlicht es, dass hier explizit alle Menschen gemeint sind, die sich mit dieser Bezeichnung identifizieren, durch sie definiert werden und/oder sich sichtbar gemacht sehen. Dadurch wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass sich unter der Bezeichnung verschiedene, vielfältige Positionierungen sammeln können. Gleichzeitig dient das Sternchen als Platzhalter um Raum für verschiedene geschlechtliche (und sexuelle) Verortungen zu lassen.