Termine

28.05.2018 - 12.06.2018

Fortbildungsangebot: Jungen* und sexualisierte Gewalt - Unterstützung und Prävention

Sexualisierte Gewalt gegen männliche Kinder und Jugendliche ist in Deutschland nach wie vor ein aktuelles Thema, Schätzungen gehen davon aus, dass 10% der männlichen Kinder und Jugendlichen in Deutschland von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Dies bedeutet, dass pädagogische Fachkräfte in allen Tätigkeitsfeldern mit Betroffenen in Kontakt stehen.

Um die Handlungssicherheit von pädagogischen Fachkräften im Umgang mit männlichen Betroffenen zu stärken, bietet Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. eine Fortbildung für Mitarbeiter*innen pädagogischer Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie Lehrer*innen an.

Inhalte der Fortbildung:

  • Betroffenheit von Jungen*: Zahlen, Fakten, Dimensionen
  • Einführung in Grundlagenwissen zu sexualisierter Gewalt: Begriffe, Gewaltformen, Folgen, Täter*innen, Täter*innenstrategien, rechtliche Situation
  • Männlichkeitsanforderungen und andere geschlechtsspezifische Aspekte bei männlicher Betroffenheit von sexualisierter Gewalt
  • Was hilft Jungen* bei der Aufdeckung?
  • Anregungen für Schutzkonzepte und Präventionsarbeit zu sexualisierter Gewalt

Die Inhalte werden praxisnah und unter Anwendung unterschiedlicher Methoden vermittelt. Inhaltlich werden wir uns auch mit Selbstreflexion und der Arbeit an der eigenen Haltung gegenüber männlichen Betroffenen von sexualisierter Gewalt auseinander setzen. Die Fortbildung wird über die Präsenzzeiten hinaus blended learning Elemente enthalten.

 

Termine:

28.5.2018 13:00 - 16:30 Uhr (Auftakt und Einführung)

12.6.2018 9:00 - 17:00 Uhr (Bedarfe von Betroffenen & Professionelle Haltung)

Ort: Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V., Allee der Kosmonauten 67, 12681 Berlin

 

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit anschließend unterstützt durch die Fortbildenden, Unterstützungsaktionen für Kinder und Jugendliche in der eigenen Einrichtung zu konzipieren und durchzuführen. Diese Aktionen werden auf die spezifischen Bedarfe der Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung abgestimmt.

Das Angebot erfolgt im Rahmen des durch die Europäische Union geförderten Projektes Culture of Care - Schaffung und Stärkung eines unterstützenden Umfelds für männliche Betroffene von sexualisierter Gewalt, daher ist die Teilnahme an der Fortbildung kostenfrei.

Anmeldungen (bis zum 21.05.) an: 

lena.knepper(at)dissens.de

 

Ausschreibung als PDF


27.09.2018 - 29.09.2018

Im Zweifel für den Zweifel - Theatral-spielerische Reflexionen zu Männlichkeit

Unser Workshop richtet sich an Männer, die sich kritisch mit ihrer Männlichkeit auseinandersetzen möchten – mit männlicher Dominanz und der Verwicklung in sexistische Strukturen ebenso wie mit Nachteilen, die aus Männlichkeitsanforderungen und dem System hegemonialer Männlichkeit resultieren.

Männliche Lebenswirklichkeiten waren schon immer vielfältig, auch wenn diese Vielfalt nicht immer sichtbar war/ist. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit Männlichkeit umzugehen: Von patriarchaler Remaskulinisierung, der Konstruktion ‚neuer Männer‘ bis hin zu queerfeministischer Dekonstruktion, Ablehnung von und einem lauten Lachen über Männlichkeit. Es bedarf kollektiv-solidarischer Räume, um mit dem Schwindelgefühl des Ausstiegs aus Männlichkeitsdynamiken kritisch, spielerisch und produktiv umgehen zu können.

Wie haben sich herrschende Normen von Männlichkeit in unser Denken, Fühlen, Handeln und unsere Wahrnehmung eingeschrieben? Wie können wir mit den normierenden Alltagsanforderungen in Bezug auf Männlichkeit umgehen – Mannsein können und zugleich frei sein, kein Mann sein zu müssen? Sind wir Täter, Opfer, beides oder nichts davon? Sollte die Frage nach Männlichkeit beantwortet werden – dieses oder jenes sei ‚männlich‘ – oder gilt es, den Zweifel zu nähren, die Antwort zu verweigern und sich fragend zu bewegen? Kann ein theatral-spielerischer Umgang mit Männlichkeit eine Entgegnung auf den Zirkus um Mannsein von politisch Rechtsaußen sein?

Diesen sowie weiteren Fragen wollen wir im Workshop gemeinsam nachgehen. Methodische Grundlagen dafür sind die geschlechterreflektierte Pädagogik sowie Übungen, Spiele und Techniken aus Augusto Boals Theater der Unterdrückten als kreative, bewegte und spielerische Form der Auseinandersetzung. Ausgangspunkt werden biografische Erlebnisse und Situationen sein, in denen Männlichkeit eine Rolle spielt sowie (auch theoretische) Reflexionen.

 

Termin: 27.–29. September 2018 (Do. 10–18 Uhr, Fr. 10–18 Uhr, Sa. 10–16 Uhr)

Ort: Berlin

Durchführung: Till Baumann (Theatermacher und Boal-Übersetzer), Andreas Hechler (Dissens – Institut für Bildung und Forschung), Olaf Stuve (Bildungsarbeiter und Sozialwissenschaftler)

Kosten: 90 Euro / ermäßigt 60 Euro / ermöglichend 30 Euro
Am Geld wird die Teilnahme nicht scheitern; wer weniger hat, zahlt weniger. Ggf. anfallende Fahrt- und Übernachtungskosten können nicht übernommen werden.

Anmeldung: weiterbildung(at)rosalux.org

Der Workshop ist für eine Teilnehmendenzahl von max. 16 ausgelegt.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die maskuli(ni)stischen und/oder antifeministischen Szene ‎zuzuordnen oder bereits durch (hetero)sexistische, ‎transfeindliche, interdiskriminierende oder sonstige diskriminierende Äußerungen und/oder Handlungen aufgefallen sind, den ‎Zutritt zu der Veranstaltung zu verwehren.‎

Information & Kontakt: Claudia de Coster, Tel. 030 44310-141, Claudia.deCoster(at)rosalux.org